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Direktauftrag

Ersatzneubau Zweifamilienhaus 

Prag, Tschechien

Das Dorfhaus im Zentrum von Koloděje, einem am nordöstlichen Rand Prags gelegenen und inzwischen eingemeindeten Dorf, liess mit seinem Satteldach und der klassischen Fassade mit unterschiedlichen Traufhöhen darauf schliessen, dass es sich um einen Anbau an das ursprüngliche Gebäude handelte.

 

Der Charakter des Hauses führte zunächst zur Idee, möglichst viel der bestehenden Bausubstanz zu erhalten und das Gebäude als Einfamilienhaus weiterzuentwickeln.

 

Die Grundrissstruktur, die unzureichende Tragkonstruktion sowie das eingestürzte Dach machten eine Sanierung des Bestands jedoch unmöglich. Diese Faktoren führten zu einen vollständigen Ersatz, der den ursprünglichen Geist der Bebauung aufnimmt und zeitgemäss interpretiert.

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Aus dem neuen Konzept entstand auf der identischen Grundfläche von rund 120 m² ein spiegelsymmetrisches Doppelhaus. Auf zwei Etagen wurden zwei Dreizimmerwohnungen mit jeweils 90 m² Nutzfläche realisiert.

Die längs verlaufende Anordnung am nördlichen Rand des Grundstücks wurde vom ursprünglichen Gebäude übernommen. Das Haus ist entlang der Nord-Süd-Achse ausgerichtet, orientiert sich nun jedoch mit seinen Haupträumen zum Grüngürtel und dem kleinen Tal im Norden.

Der Strasse «K Jízdárně» wendet es bewusst den Rücken zu und schafft dadurch einen geschützten Gartenbereich.

Gezielte Durchblicke durch das Gebäude stärken zusätzlich die räumliche Verbindung zwischen Innen- und Aussenraum.

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Räumlich bildet das Haus eine Einheit, die in zwei separate, zweigeschossige Wohnungen gegliedert ist. Beide verfügen über einen eigenen Eingang, eine grosszügige Terrasse sowie einen privaten Garten auf dem verbleibenden Grundstück.

Die Architektur greift den Charakter der ursprünglichen Bebauung auf und stellt den Bezug zum baulichen und landschaftlichen Kontext in den Mittelpunkt. Die schlichte, langgestreckte Gebäudeform orientiert sich an der ursprünglichen Kubatur und fügt sich selbstverständlich in die bestehende Struktur ein.

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Die Fassadengestaltung mit unterschiedlichen Putzstrukturen verleiht den grossen Wandflächen plastische Tiefe. Historische Motive werden durch die Gestaltung der Fensterlaibungen zeitgenössisch interpretiert und mit einer klaren architektonischen Sprache verbunden. Das Satteldach sowie die Form der Giebel verweisen ebenfalls auf das ursprüngliche Gebäude und knüpfen an dessen Identität an.

 

Ein zentrales Anliegen des Projekts war der sorgfältige Umgang mit Ressourcen. Die Positionierung des Hauses auf dem Grundstück, die kompakte Bauweise sowie die Auswahl der Baumaterialien und der Gebäudetechnik wurden so gewählt, dass das Gebäude auch im Betrieb einen geringen CO₂-Fussabdruck aufweist.

Kolodeje - Nordansicht - jiribednar

Foto: Jiří Bednář

Kolodeje - Querschnitt
Kolodeje - Situation
Kolodeje - Ostansicht - jiribednar

Foto: Jiří Bednář

Kolodeje - Detail Südfassade
Kolodeje - Detail Nordfassade
Kolodeje - Grundriss Obergeschoss
Kolodeje - Grundriss Erdgeschoss
Kolodeje - Fenster
Kolodeje - Westansicht - jiribednar
Kolodeje - Bestand

Foto: Jiří Bednář

Kolodeje - Innenraum 03 - Detail
Kolodeje - Innenraum 02
Kolodeje - Innenraum 01 - jiribednar

Foto: Jiří Bednář

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